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Im Löw-Poker mit Türkei-Klub Fenerbahce wird Özil entscheidende Figur


Kolumne von Fatih Demireli: Im Löw-Poker mit Türkei-Klub wird Özil vier Jahre nach Zerwürfnis entscheidende Figur

Ex-Bundestrainer Joachim Löw ist ein Trainerkandidat beim türkischen Topklub Fenerbahce Istanbul, es soll schon Gespräche gegeben haben. Und auch Zweifel. Bei Fenerbahce würde Löw auf Mesut Özil treffen – wie passt das nach den Geschehnissen von 2018 zusammen?

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Was macht eigentlich Joachim Löw?

Dem 61-Jährigen ist es gut gelungen, sich wie geplant aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen, seitdem er nicht mehr Bundestrainer ist. Im November gab es in Wolfsburg eine offizielle Verabschiedung im Vorfeld des WM-Qualifikationsspiels zwischen Deutschland und Lichtenstein.

Ein paar wenige ehemalige Nationalspieler und die Jacke von Mats Hummels standen Spalier, aber insgesamt war die Verabschiedung größtenteils emotionslos.

Ansonsten macht sich Löw rar: keine Stadionbesuche, keine öffentlichen Auftritte bei Veranstaltungen. Dass es ihm gut geht, erfährt man dieser Tage aus der Türkei. Dort wird fast täglich über den Weltmeister-Trainer von 2014 berichtet.

Löw ist Kandidat bei Fenerbahce und großes Türkei-Thema

Kein Wunder: Löw ist Trainerkandidat beim Topklub Fenerbahce, die Türken nahmen die Gespräche mit dem Deutschen auch schon längst auf.

Yagiz Sabuncuoglu, Transfer-Experte des Portals VOLE, ist ein Fenerbahce-Insider und verfolgt die Löw-Mission Fenerbahces auf Schritt und Tritt.

Er bestätigt gegenüber FOCUS Online: “Fenerbahce-Präsident Ali Koc hat sich in Deutschland mit Löw getroffen. Nach den letzten Fehlversuchen auf der Trainerbank ist das Verhältnis zu der Anhängerschaft belastet. Die nächste Trainerwahl muss eine Top-Lösung sein, sonst könnte auch seine eigene Zukunft auf dem Spiel stehen. Und Löw ist eine Top-Lösung, die man von ihm erwartet.”

In der Tat ist der Unmut bei Fenerbahce groß: Seit 2014 wartet der Klub sehnsüchtig auf einen Meistertitel. Zahlreiche Anläufe endeten seitdem glücklos. Mit der Ankunft von Präsident Ali Koc, der zu den reichsten Menschen der Türkei gehört und bisher rund 200 Millionen Euro in den Klub gepumpt haben soll, erhoffte man sich die Wende.

“Löw wird viel Einfluss haben, alles wird sich erneuern”

Aber auch Koc fand bisher kein Heilmittel und ist inzwischen selbst zum Problem avanciert. Der eingefleischte Fenerbahce-Fan nimmt sich die Erfolgslosigkeit persönlich und greift immer mehr ins Tagesgeschäft.

Die Idee, professionelle Strukturen einzuführen, hielten nicht lange. Damian Comolli, der 2018 mit Koc als Sportdirektor kam, ist längst weg. Seither ist Koc Präsident und Sportdirektor in Personalunion. Doch seine Ideen führen nicht zum erhoffen Erfolg. Auch in dieser Saison wird Fenerbahce bei 17 Punkten Rückstand auf Platz 1 mit ziemlicher Sicherheit nicht Meister.

Koc ist mit seinen Ideen gescheitert und sucht nun nicht nur eine Lösung für die Trainerbank, sondern für das Große und Ganze. Und genau da kommt Löw ins Spiel. “Wenn Löw kommen sollte, wird sich viel verändern im Klub. Man wird eine neue Struktur schaffen, alles wird sich erneuern, und Löw wird viel Einfluss haben”, sagt Experte Sabuncuoglu.

Löw zu Fenerbahce? Es gibt einen weiteren Hinweis

Löw soll ab Sommer 2022 eine neue Fußball-Abteilung formen, verantwortlich für die Profi-Mannschaft, aber auch für die Jugend sein, heißt es aus dem Umfeld des Klubs. Löw soll nachhaltig Einfluss auf die Gehaltsstruktur und Transferpolitik nehmen.

Dass Ismail Kartal bis Saisonende ls Interimstrainer installiert wurde, wird ebenfalls als Hinweis auf eine mögliche Löw-Verpflichtung gedeutet. In der Saison 1998/99 war Löw schon mal Trainer bei Fenerbahce: Sein Assistent war damals Kartal, zu dem der Kontakt nie abgebrochen ist. Kartal spricht heute noch von einem freundschaftlichen Verhältnis.

Es gilt als gesichert, dass Kartal im Trainerteam bleibt, wenn Löw kommen sollte. Die Rede ist davon, dass Löw zudem aus Deutschland fünf Assistenten mitnehmen will.

Löw, Fenerbahce – und die Zweifel

Doch Löw hat wohl immer noch seine Zweifel, daher gab es bisher auch noch keine Zusage. Aus dem Umfeld ist zu hören, dass der finanzielle Aspekt keine übergeordnete Rolle spielt. Sollte es nur daran liegen, würde Koc seine Privatschatulle wohl auch schon längst aufmachen.

Vielmehr geht es für den ehemaligen Bundestrainer darum, den richtigen Schritt zu machen. Die Zeit beim DFB war besonders zuletzt sehr strapaziös, was man den am Ende angeschlagenen Bundestrainer auch angemerkt hatte.

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Die Türkei ist nicht dafür bekannt, dass Trainer dort stressfrei arbeiten können. Und schon gar nicht bei Fenerbahce, wo zuletzt viele Trainer verschlissen wurden. Möglich, dass Löw aus In- und Ausland lukrativere Jobangebote abwartet.

Özil möglicherweise entscheidende Figur im Löw-Poker

Ob die Causa Mesut Özil eine Rolle spielt, ist eine spannende Frage. Sollte Löw nach Istanbul wechseln, würde er seinen Spielmacher aus gemeinsamen DFB-Zeiten treffen. Ein damals sehr inniges Verhältnis endete in einem Zerwürfnis im Zuge der Özil-Fotos mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Özil rechnete damals ab und brach sämtliche Drähte zum DFB ab. Auch zu Löw.

Inzwischen haben sich die Wogen allerdings geglättet. Özil schickte zwischendurch eine Einladung nach Istanbul, und auch mit dem DFB kommunizierte der Spielmacher über die sozialen Medien. Özil ist bei Fenerbahce inzwischen nicht nur Kapitän, sondern auch ein Ansprechpartner des Präsidenten Koc.

Es ist fast ausgeschlossen, dass Koc bei Özil wegen Löw nicht vorstellig wurde. Dass es dann zuletzt Gespräche in Deutschland zwischen Koc und Löw kam, deutet darauf hin, dass auch Özil grünes Licht von seiner Seite gab.

Löw und Özil – ein Duo, das seit der WM 2018 viel leiden musste und durchgängig Kritik erfuhr. Findet man sich also jetzt in Istanbul zusammen und startet einen Neuanfang? Özil ist dieser bei Fenerbahce trotz anfänglicher Probleme geglückt.

Auch wenn er den ganz großen Glanz vergangener Jahre nicht mehr erreicht, ist er mit sieben Toren und zwei Vorlagen in 19 Ligaspielen wieder auf einem soliden Niveau und genießt bei den Anhängern ein hohes Ansehen. Das wäre doch ein gutes Szenario für Joachim Löw.

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